Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 11 ~


Datum:     Donnerstag, 22.10.2009
Wetter:     2 °C, bedeckt, Nieselregen



Ich stehe am Morgen sehr zeitig auf und packe im Dunklen mein Zelt zusammen. Im Licht der Stirnlampe laufe ich dann von meinem Schlafplatz auf der Insel durch eine kleine Siedlung zurück in Richtung Bahnhof. Eine eigenartige, fast weihnachtliche Stimmung kommt in mir auf, als ich durch den stille und klaren, frostigen Morgen laufe. In manchen der kleinen bunten Holzhäuschen brennt schon Licht und sie strahlen warme und heimelige Gemütlichkeit aus…

Am Bahnhof warte ich noch eine halbe Stunde, bis mein Zug gen Süden pünktlich abfährt. Der Fluss Lågen, an dem entlang sich die Bahn durchs Gudbrandsdalen bewegt hat trotz des inzwischen bedeckten Himmels eine unglaublich türkise Farbe. Je weiter ich so nach Süden gelange, desto herbstlicher ist es noch. Ich genieße diese schöne Zugfahrt – nur schade, dass sie nur so kurz währt…

Gegen halb 3 komme ich dann auch schon in dem kleinen Örtchen Rygge an. Inzwischen hat leichter Nieselregen eingesetzt und so gestaltet sich die Schlafplatzsuche besonders unangenehm. Stundenlang kann ich keinen geeigneten Platz finden, wo ich halbwegs vor den Blicken der Einwohner mein Zelt aufstellen kann. Der Rucksack wird immer schwerer und ich weiß bald nicht mehr, wohin ich noch gehen soll, denn allzu weit kann ich auch nicht aus Rygge hinaus – fährt doch mein Shuttlebus zum Flughafen am nächsten Morgen schon um 06.05 Uhr ab… Als es schon fast zu dämmern beginnt, werde ich endlich in einem kleinen Pappelwäldchen hinter dem Sportplatz fündig. Schnell steht dann auch meine schützende Hülle und ich kann dem Nieselregen, der die ganze Nacht hindurch fällt, in meinem warmen Schlafsack trotzen.

Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 10 ~


Datum:     Mittwoch, 21.10.2009
Wetter:     0 °C, teilweise bedeckt



Eigentlich könnte ich meinen vorletzten Urlaubstag noch hier, etwas oberhalb von Otta bleiben, da mein Zug nach Oslo zurück erst am Donnerstag fährt, aber ich habe kaum noch Wasser und nichts mehr zu essen. Der letzte Rest Wasser ergibt einen kleinen Kakao – mein karges Frühstück heute Morgen.

Also packe ich mit knurrendem Magen zusammen und laufe die letzten Kilometer nach Otta hinab – schnurstraks in den nächstgelegenen Supermarkt hinein! Hier muss mich beim Anblick all der Leckereien in den Regalen sehr zurückhalten, um nicht den halben Laden leer zu kaufen. Bepackt mit einem großen Beutel frischer Lebensmittel setze ich mich in einen kleinen Park in die Sonne. Der Biss in ein dick mit Räucherlachs belegtes Brötchen ist einfach göttlich!

Am Bahnhof erkundige ich mich dann noch nach der Zugverbindung nach Lillehammer am nächsten Morgen. Der Bahnhof hat sogar einen Nachtwarteraum, aber irgendwie möchte ich dort nicht bleiben, zumal dieser erst um 22 Uhr öffnet. Also mache ich mich auf die Suche nach einem Platz für die Nacht und lande auf einer kleinen Halbinsel mitten im Fluss. Hier auf der Wiese mäht gerade ein Bauer das Gras, der meine Frage, ob ich hier mein Zelt aufschlagen darf, gleich freundlich bejaht. So steht meine kleine Unterkunft bereits am späten Nachmittag und ich habe genügend Muße, den Tag gemütlich mit einem leckeren frischen Abendbrot ausklingen zu lassen…

Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 9 ~


Datum:     Dienstag, 20.10.2009
Wetter:     0 °C, teilweise bedeckt



Am Morgen kann ich mich lange nicht aufrappeln, da es hier nichts zum Fotografieren gibt. Ich höre also noch mein Hörbuch zu Ende und schäle mich dann doch endlich aus dem warmen Schlafsack. Als ich dann gefrühstückt und meine Sachen zusammengepackt habe, ist es schon Mittag. Dann geht es wieder weiter – immer die Straße hinab. Auf der anderen Talseite habe ich noch eine zeitlang einen schönen Blick zurück auf die inzwischen vertrauten Silhouetten der Rondane-Berge…

Danach geht es nur noch im Schatten am Nordhang des Tales hinunter und die Straße ist einfach langweilig. Einzig eine kleine geologische Besonderheit gibt es noch auf der anderen Talseite durchs Teleobjektiv zu bestaunen: die Kvitskriuprestene, die weißgekleideten Priester. Dies sind weiße Erdpyramiden aus Moränenmaterial, welche durch die dunklen Steinplatten, die sie bedecken, besser vor der Erosion geschützt wurden, als das umgebende Material.

Es sind heute gerade mal noch 0°C und ich komme immer tiefer – aus dem Winter hinaus, zurück in den Herbst. Nach den Tagen im kargen, weißen Fjell sind herbstlich gelbe Birkenblätter ein Anblick, an den ich mich erst wieder gewöhnen muss.

In einem Seitenweg finde ich ein schönes ebenes Plätzchen für mein Zelt. Es ist herrlich, dieses mal nicht im Schnee aufschlagen zu müssen. Sofort als das Zelt steht, ziehe ich mir die nassen Bergstiefel aus und lasse die nassen Socken in der Sonne trocknen. Danach koche ich mein Abendbrot und bereite mich auf eine weitere lange Nacht vor…

Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 8 ~


Datum:     Montag, 19.10.2009
Wetter:     -2 °C, sonnig



Heute krieche ich schon ziemlich früh, noch vor Beginn der Dämmerung aus den Daunen und packe meine Sachen zusammen. Hier, direkt an der Hütte möchte ich das Zelt nicht stehen lassen, während ich fotografieren gehe. Inzwischen brauche ich zum Packen kaum noch eine halbe Stunde. Jedes Ding hat seinen Platz im Rucksack und die Handgriffe sitzen. Nachdem mein Lager geräumt ist, werfe ich mir meinen (inzwischen glücklicherweise etwas leichter gewordenen) Rucksack auf den Rücken und laufe ein Stück. In einem Wäldchen unterhalb des Berges Kåsen (2060 m), lasse ich meine Sachen liegen. Ich möchte zum Fotografieren auf den Gipfel steigen, von dem ich mir eine schöne Aussicht erhoffe. Und tatsächlich, je höher ich durch den Schnee voran stapfe, desto weiter öffnet sich das Panorama unter mir.

Weit reicht nun der Blick über das Tal der Ula und die umgebende Bergwelt. Das ganze Gebiet, in dem ich wunderbare Wintertage verbracht habe, liegt nun in schönstem Morgenlicht unter mir und ich kann mich innerlich davon verabschieden, denn ab heute geht es wieder zurück in Richtung Heimat.

Anschließend schultere ich wieder einmal den Rucksack und werde mich ab heute langsam auf den Rückweg machen. Mein Flieger geht zwar erst am Donnerstag, aber vor mir liegen noch 15 km Fußmarsch nach Otta zurück und zudem hat mir mein Vater für die nächsten Tage steigende Temperaturen und auch Nieselregen angekündigt.

Nachdem ich wieder im Tal bin, werfe ich einen letzten Blick hinauf zum Kåsen und folge dann dem Tal der Ula hinab bis Mysuseter. Der Weg hier entlang ist kaum mehr, als ein kleiner Trampelpfad und ich muss ziemlich aufpassen, mir hier nicht an einer der zahlreichen unter dem Schnee verborgenen Stolperfallen den Knöchel zu verknicken. Dieses Talstück ist jedoch noch einmal wunderschön und urwüchsig und ein weiterer kleiner Wasserfall rauscht hier über eine Steilstufe gen Tal. Ein schönes letztes Teilstück im Rondane.

Gegen Mittag bin ich dann zurück in Mysusæter und von nun an führt mein Weg nur noch die Straße hinab nach Otta. Obwohl es stetig bergab geht, läuft es sich nur sehr schlecht, weil die Straße glatt und vereist ist. Es sind heute in der Sonne sicherlich 6-8 °C und um mich herum tropft und taut es überall. Durch den Schneematsch sind auch meine Schuhe inzwischen durchgeweicht und ich bekomme unangenehm nasse Socken. Ich laufe deshalb nur noch lustlos 2-3 km bergab…

Am noch recht frühen Nachmittag gegen 15.30 Uhr beschließe ich deshalb, als ich einen halbwegs ebenen Platz für mein Zelt finde, es für heute gut sein zu lassen. Zeit habe ich ja schließlich noch genug. Und so kann ich wenigstens meinen feuchten Schlafsack samt der klitschnassen Gamaschen und Socken noch in den letzten Sonnenstrahlen trocknen lassen.

Als ich nach dem Abendessen in mein Zelt krieche, höre ich noch lange in meinem Hörbuch und auch, als ich nachts noch einmal munter werde und wach liege. Es war einfach zuviel Schlaf die letzten Tage…

Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 7 ~


Datum:     Sonntag, 18.10.2009
Wetter:     -2 °C, sonnig



Heute gehe ich zum ersten Mal nicht bei Sonnenaufgang hinaus zum Fotografieren. In das enge Tal der Ula kommt dazu zu wenig Licht. Zum Frühstück gegen 9 Uhr gibt´s wieder einen dampfend heißen Cappuchino und Studentenfutter. Ich beschließe, bei der nächsten Wintertour komplett auf Müsliriegel zu verzichten und stattdessen mehr Trockenobst und Nüsse mitzunehmen. Beides schmeckt bei der Kälte einfach besser und ist dann auch nicht so hart gefroren, wie die Riegel.

Nach dem Frühstück bekomme ich heute zusätzlich noch ein paar Vitamine in Form von „Tiefkühl-Beeren“ und ich mache auch gleich noch ein paar Aufnahmen davon. Es ist schon irgendwie eigenartig, diese Beeren direkt neben den Schneeflecken zu pflücken.

Zusammengepackt sind meine Sachen dann recht schnell und mein heutiges (mutiges) Ziel steht auch bereits fest: Ich brauche unbedingt eine heiße Dusche! Ich stinke sicher wie ein Elch! Zum Glück riecht man sich ja nicht selber! Aber so langsam ist´s nimmer schön…. 😉

Der Weg nach Mysuseter hinein zieht sich eine ganze Weile hin und die Straße ist auch wieder ziemlich glatt. Die Fjellstue hat ihre Pforten, wie vermutet, schon für die Saison geschlossen, so bleibt nur das Rondane Spa Hotel. Ziemlich nobel kommt es daher, aber ich bin dennoch so verwegen und erkundige mich erstmal nach dem Preis für eine der Hütten, die hier ebenfalls vermietet werden. 800 Kronen die Nacht sind natürlich unerschwinglich für mich und so frage ich, ob es denn möglich wäre, dennoch eine heiße Dusche zu nehmen. Diese bekomme ich dann sogar kostenlos, vermutlich einzig und allein deshalb, weil die nette Dame am Empfang, meinem abgerissenen Zustand zufolge, sah, wie nötig diese war.

Der Duschraum im Keller des Hotels ist ziemlich schick und es duftet darin – auch aufgrund der Sauna, die sich ebenfalls hier befindet. Als ich mich dann im Spiegel betrachte, erschrecke ich mich fast vor mir selbst. Das ganze Gesicht ist verbrannt, faltig und die Augen blutunterlaufen. Ich brauche für die nächste Tour definitiv eine Sonnenbrille. Daran kann nun auch die Dusche nichts mehr ändern, aber zumindest an meinem körperlichen und seelischen Wohlbefinden vollbringt das heiße Wasser wahre Wunder. Die frische lange Unterwäsche und die sauberen Socken sind eine weitere Wohltat fürs Gemüt. Ich kann dann sogar noch bis 17.00 Uhr, als der Empfangsbereich geschlossen wird, in der gemütlich warmen Hotellobby sitzen und lesen, während ich meine Kamera-Akkus ans Stromnetz hänge.

Als ich mich wieder hinaus „in die Wildnis“ begebe, wird es bald dunkel, und ich laufe zurück zur Ula, allerdings dann etwas weiter flussabwärts. Weit komme ich nicht mehr und schlage heute mein Zelt ob der vorangeschrittenen Stunde auf dem Vorplatz einer Hütte auf, die aber zu dieser Jahreszeit sowieso einsam und verlassen steht. Die schneefreie überdachte Veranda kann ich gut zum Kochen nutzen und dann heißt es, eine weitere lange Nacht im Zelt zu verbringen. Als ich die Nacht nochmal hinaus muss, ist der Himmel über mir sternenklar. Ich hoffe immer noch, zum ersten Mal in meinem Leben, das Nordlicht zu sehen, aber leider vergeblich…

Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 6 ~


Datum:     Samstag, 17.10.2009
Wetter:     -5 °C, sonnig



Halbzeit! Als ich wie immer mit der Morgendämmerung aus den Daunen steige, hat sich der Sturm endlich gelegt. Es ist nur noch etwas windig und ein zartes Morgenrot kündigt einen schönen Tag an. Pastellfarben geht die blaue Stunde in den Tag über und so vergehen die nächsten anderthalb Stunden mit fotografieren…

So schön die Bergwelt hier auch ist, nun habe ich sie oft genug fotografiert. Ich stelle fest, dass ich durch die vergangenen Auto-Fototouren in den Dolomiten und in Osteuropa mit meinem Fotofreund Andreas inzwischen schon ein wenig verwöhnt bin, was die Motivvielfalt betrifft. Überhaupt muss ich mich wieder daran gewöhnen, so langsam unterwegs zu sein. Besonders gut in Form bin ich ja nun nicht und der schwere Rucksack bremst mich zusätzlich aus.

Gegen halb 10, als ich wieder an meinem Schlafplatz ankomme, strahlt die Sonne schon kräftig vom blauen Himmel. Zum Frühstück, was wieder einmal aus dem obligatorischen Müsliriegel besteht, lasse ich sie mir wärmend ins Gesicht scheinen. Als Bauchwärmer gibt es heute ein Gemisch aus Cappuccino und Kakao – sehr lecker! Ich bin unglaublich froh, dass mein Kocher so zuverlässig seinen Dienst tut und dank fließendem Wasser, das mir hier eigentlich immer zur Verfügung steht, kann ich auch gut mit meinen Brennstoffvorräten haushalten, da ich keinen Schnee schmelzen muss. Nur an die, durch die Huminstoffe rostbraune Farbe des „Trinkwassers“ muss ich mich etwas gewöhnen. 😉

Heute möchte weiter der Ula hinab folgen und breche mein Zelt so gegen halb 11 ab. Aber entgegen aller Planung komme ich auch heute wieder einmal kaum voran, zu zahlreich sind die Motive am Wegrand. Genau, wie es mir die Norwegerinnen am ersten Tag gesagt haben – dies ist das schönste Teilstück entlang des kleinen Flüsschens. Ständig ergeben sich neue Motive, die mich meinen Rucksack abstellen lassen: kleine Stromschnellen, Eisgebilde in unterschiedlichsten Strukturen und Formen, Gischt und verschneite Ufer…

Als ich dann an einer kleinen Brücke ein wunderschönes Plätzchen finde, beschließe ich, einfach hier zu bleiben, obwohl ich heut kaum nennenswert vorangekommen bin. Sogar einen eigenen „Sessel“ habe ich hier unmittelbar neben dem Zelt – welch ein Luxus! So wird schnell das Lager hergerichtet und dann koche ich mir noch einen heißen Cappuchino, den ich gemütlich in der Sonne sitzend genieße.

Die nächsten Stunden verbringe ich dann wieder fotografierend im Bachtal der Ula. Durch den Sucher der Kamera ergeben sich immer wieder neue faszinierende Einblicke in den Mikrokosmos aus Eiszapfen, Eiswülsten, Gischt, fließendem Wasser und Stein. Mit der Kamera „malen“ kann ich nirgends so gut, wie an einem kleinen naturbelassenen Bächlein. Ich vergesse einfach alles um mich herum beim Spiel mit Licht, Farben und Formen…

Hungrig genieße ich dann abends im Zelt meinen Reistopf, langsam und genießerisch. Ich merke, dass die kappen Essensrationen (ein Müsliriegel oder eine Handvoll Studentenfutter am Morgen, über den Tag ein paar Schokobonbons und abends eine Nudel- oder Reispackung) so langsam echt an die Nerven gehen. Aber ich hätte beim besten Willen nicht mehr in meinen Rucksack hineinbekommen – und schließlich habe ich ja auch nichts gegen ein paar Kilo weniger auf den Hüften.

Die lange Nacht verschlafe ich tief und fest – trotz des lauten Rauschens der Ula unter mir. Noch eine ganze Weile danach, kann ich zuhause von diesem ausgeschlafenen Zustand zehren, denn dort bleibe ich eigentlich fast immer viel zu lange auf und bekomme selten so viel gesunden Schlaf.

Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 5 ~


Datum:     Freitag, 16.10.2009
Wetter:     -5 °C, wolkig, Sturm



Als ich bei Tagesanbruch mit den ersten rosaroten Sonnenstrahlen aus dem Zelt schlüpfe, hat der Sturm etwas nachgelassen, aber er bläst mich noch immer fast von den Beinen. Es ist wieder kälter geworden und der See um mein Zelt herum ist zu blankem Eis gefroren. Der Himmel zeigt sich, bis auf einige Wolken inzwischen wieder fast blau.

Ich schicke gegen 7 Uhr eine SMS an meinen Vater zuhause und frage ihn nach der Wetterprognose. Kurze Zeit später bekomme ich die Nachricht, dass es wieder kälter werden soll, bei mäßigem Wind und kaum Niederschlag. Nach dem Schrecken der letzen Nacht, überlege ich nun hin und her, was ich nun machen soll. Eigentlich wollte ich noch weiter ins Gebirge hinein, zumindest bis zum Rondvatnet. Aber da dies meine erste Solotour ist und ich außerdem, falls mir etwas passiert, so verlassen wie das Gebirge im Moment ist, kaum mit schneller Hilfe rechnen kann traue ich mich, trotz der voraussichtlichen Wetterbesserung, nicht weiterzugehen. Letztlich bleibt das Wetter im Gebirge doch immer ein wenig unvorhersehbar. Schon eine kaum nennenswerte Menge an Neuschnee, würde mich beim Vorankommen enorm behindern. Und nicht zuletzt habe ich meinen Kindern versprochen, heile wieder zuhause anzukommen.

Hier bleiben kann ich allerdings auch nicht, zu offen ist das Fjell hier und zu sehr stürmt es noch. Ich werde also mein Zelt abschlagen und mir wieder einen geschützteren Platz suchen. Zunächst jedoch mache ich noch ein paar schöne Fotos von den Bergen um mich herum mit ihren sturmzerfetzten Wolkenmützen. Winzig und schutzlos ausgeliefert steht mein kleines Zelt tapfer und trotzt tapfer den Elementen.

Als ich zum Packen wieder ins Zelt möchte, traue ich mir kaum, den Reißverschluss zu öffnen, so sehr zerrt der Wind an dem dünnen Stoff. Im schützenden Inneren gibt es nur einem Müsliriegel gegen den knurrenden Magen – Kaffekochen fällt heute aus. Dann packe ich umständlich im engen Zeltinneren alles zusammen, was möglich ist und frage mich, ob dies wirklich eine so gute Idee ist, bei dem Sturm mein Zelt abzubauen. Was, wenn es mir dabei zerreißt, oder gar davonfliegt? Andererseits weiß ich auch nicht, ob es dem Sturm so ungeschützt in voller Breitseite hier noch lange standhält. Und noch so eine Nacht voller Angst überstehe ich auch nicht. Letztlich geht doch alles gut und das Zelt verschwindet heil im Rucksack. So wunderschön dieser Ort hier auch ist, ich bin froh, als ich wieder in Richtung Mysuseter zurückgehen kann.

Auf der Versorgungsstraße, auf der ich nun zurücklaufe, komme ich allerdings auch nicht schneller voran, als auf dem kleinen Trampelpfad an der Ula gestern, denn die Straße ist total vereist und der Sturm beutelt mich – mit dem Rucksack als zusätzlicher Angriffsfläche – hin und her. Wie betrunken torkele ich also zurück, auch etwas enttäuscht, dass ich so nicht mehr weiter in den Nationalpark vordringen kann… Ein paar schöne Impressionen dieses Sturmtages kann ich entlang des Weges dann auch noch einfangen.

Mein Lager schlage ich zunächst einmal wieder an der geschützten Stelle an der Ula auf, an der ich bereits die erste Nacht campiert habe. Ich schlüpfe in den Schlafsack, um mich wieder aufzuwärmen, lese ein paar Seiten, schreibe Tagebuch und sichte Bilder in der Kamera. Es bleibt den ganzen Tag über stürmisch und das Zelt flattert auch hier noch ziemlich heftig. Ich mag mir kaum ausmalen, wie es jetzt dort oben im Fjell aussieht. Ich gehe heute nicht einmal mehr zum Fotografieren raus, zu kalt ist mir. Die Temperatur liegt zwar nur bei -5 °C, aber durch den Wind werden mindestens gefühlte -15 °C daraus. Beim Rückweg aus dem Fjell habe ich heute trotz langer Unterwäsche, Fleecepulli und Hose, Windstopper-Fleece und GoreTex-Jacke gefroren. Ich verbringe den Nachmittag also mit „Nichtstun“ und koche mir in aller Ruhe mein Abendbrot, bevor ich mich heute recht früh nach der durchwachten letzten Nacht in meine Schlafsäcke kuschele.

Norwegen

~ Solotour im Rondane Nationalpark – Tag 4 ~


Datum:     Donnerstag, 15.10.2009
Wetter:     -4 bis 2 °C, zunächst sonnig, später bedeckt



Es spürbar wärmer geworden, als ich am Morgen zum Sonnenaufgang das Zelt verlasse. Ich kann also fotografieren, ohne dass Erfrierungen an den Fingern befürchten muss und das genieße ich wieder ausgiebig. Der Wandel des Lichts, das von der blauen Stunde, die hier oben im Winter besonders langsam ins erste Morgenrot übergeht, ist immer wieder aufs Neue faszinierend.

Als das Licht langsam zu hart zum Fotografieren wird gehe ich mir an einem kleinen Bach den Wasserbeutel für meinen heißen Kakao füllen und genieße dann mein Frühstück, das wieder einmal nur aus einer Handvoll Studentenfutter besteht, bei unglaublichen 10°C in der Sonne. Ich hole mir tatsächlich sogar einen Sonnenbrand im Gesicht! Am nördlichen Horizont zeigt sich jedoch ein Wolkenband, das bis zum Mittag die Sonne verdeckt.

Als es schließlich gänzlich zugezogen ist, habe ich auch meine Sachen verpackt und laufe den kleinen Trampelpfad entlang der Ula immer weiter in Richtung Spranget. Trotz des nicht mehr ganz so tollen Lichts, gibt es viele faszinierende Motive am Wegrand, wie die skurril geformten Zwergweiden, natürlich die Ula selbst und die sie umgebende Bergwelt. Ich schaue eine zeitlang dem geschäftigen Treiben der Wasseramseln zu und komme auch heute wieder nur im Schneckentempo voran. Auf dem kleinen Wanderweg ist vor mir seit dem Schneefall nur ein Mensch unterwegs gewesen, wovon die einsame Fußspur zeugt. Die Sommersaison ist längst vorüber und die Skifahrer erobern das Gebiet erst in den kommenden Monaten wieder, wenn die Schneedecke dicht genug ist. Nur vereinzelt streifen jetzt noch Jäger durchs Gebirge und verirrte, verrückte Touristinnen aus Deutschland… Dennoch fühle ich mich nicht einsam – ich genieße diese Zeit einfach nur – ohne den alltäglichen Trouble zuhause. Ich komme etwas zur Ruhe, sortiere meine Gedanken, spinne verrückte Ideen und sammle so Kraft für die kommende Prüfungszeit…

Immer wieder gibt es auf dem Pfad sumpfige Stellen, wo kleinere Bäche und andere Rinnsale in die Ula münden, aber ich finde zum Glück immer wieder eine Möglichkeit trockenen Fußes hinüber zu kommen. Dennoch ist das Laufen ziemlich anstrengend, da sich der Weg unter dem Schnee oft nur erahnen lässt. Der schwere Rucksack trägt natürlich auch noch das seinige dazu bei. Und es kommt, wie es kommen musste, ich stolpere über eine verborgene Wurzel und lande wie ein Maikäfer mit Händen und Füßen von mir gestreckt auf dem Rücken. Bis ich mich aus dieser misslichen Lage wieder befreit habe, dauert es so seine Zeit, nicht zuletzt deshalb, weil ich mich vor Lachen kaum aus der Umklammerung meines Rucksackes befreien kann. Nun stehe ich zwar wieder befreit auf zwei Beinen, allerdings weiß ich nicht, wie ich hier, so ganz ohne einen Stein oder ähnliches, auf den ich mein Bein zum Aufsetzen des Rucksackes stellen kann, diesen Koloss wieder auf meinen Rücken bekommen soll. Mit enormer Kraftanstrengung wuchte ich ihn dann aber doch hinauf (wobei es mich durch den Schwung gleich fast wieder in den Schnee wirft).

Bei Spranget bildet die Ula noch einmal eine kleine Schlucht, durch die sich tosend die Wassermassen ihren Weg bahnen. Eine kleine Brücke führt hier hinüber, tiefer in den Nationalpark hinein in Richtung Rondvassbu, wohin ich morgen laufen möchte. Doch zunächst beschließe ich mir für heute hier ein Plätzchen fürs Zelt zu suchen.

Ich schlage dann auch nicht weit entfernt mein Zelt auf. Die kleine Mulde, die ich mir dafür suche, bietet nur wenig Windschutz, aber ich stelle die Längsseite in Windrichtung und bin froh, dass sich kaum ein nennenswertes Lüftchen regt. Die eigentlich doch recht deutlichen Anzeichen, dass sich dies bald ändern soll, vermag ich nicht zu lesen und erfreue mich derweil einfach nur an dem grandiosen Bergpanorama, das mich umgibt. Weit reicht der Blick über das karge Fjell zu den durch längst vergangene Gletschertätigkeit rundgeschliffenen Gipfeln des Storronden, Rondslottet, Smiukampen und wie sie alle heißen…

Auch jetzt gegen Abend ist es im Vergleich zu den letzten Tagen noch sehr warm und so kann ich, nachdem das letzte Abendlicht auf Chip gebannt ist, ohne Eile mein Abendbrot zubereiten. Wie immer besteht dieses nur aus einer Packung Tütennudeln. Aber da ich nach dem kärglichen Frühstück nur ein paar Schokobonbons „zugeteilt“ bekommen habe, ist das ein fast königliches Menü für mich…

Nach dem Essen schlafe ich recht bald ein, bis mich das heftige Flattern der Zeltwände im Wind wieder weckt. Die Böen werden immer heftiger und es fängt an zu regnen. Ein Blick auf die Uhr zeigt gerade mal 23.00 Uhr – es bleiben also noch 8 Stunden, bis die Nacht vorbei ist. Ich bekomme es langsam mit der Angst zu tun, als ich feststelle, dass der Wind auch noch gedreht hat und mein Zelt sich nun mit der Breitseite dem Sturm entgegenstellt. Zudem ist mein kleines Micra alles andere, als ein sturmstabiles Expeditionszelt.

Als ich einige Zeit später noch einmal nach draußen will, um die Abspannungen zu kontrollieren, muss ich auch noch mit Entsetzen feststellen, dass mein gesamtes Vorzelt, wo ich am Abend den Schnee festgetreten hatte, durch die rasant angestiegenen Temperaturen unter Wasser steht – und damit kurz davor, sich ins Zeltinnere zu ergießen. Ich verstaue meinen Rucksack in der Apsis erst einmal in einem großen Müllbeutel. Dann ziehe ich die Socken aus und steige – nur mit Crocs an den nackten Füßen – ins Eiswasser. Meine Versuche, einen Entwässerungsgraben um mein Zelt zu ziehen, sind in der Mulde, wo das Zelt steht, nur von kärglichem Erfolg gekrönt, aber zumindest kann ich verhindern, dass das Wasser ins Innenzelt überläuft.

Wieder im Schlafsack, wärme ich meine Eisfüße und Hände wieder auf, bekomme aber kein Auge mehr zu. Immer wieder schütteln heftige Böen das Zelt. Nur indem ich mich gegen die Breitseite lehne, kann ich verhindern, dass es völlig flachgerückt wird. An Schlaf ist den Rest der Nacht nicht mehr zu denken – ich habe einfach nur noch Angst, dass ich meine schützende Außenhülle verliere und dann schutzlos den Elementen ausgeliefert bin. In meinem Kopf löst ein schlimmes Szenario das nächste ab…

Rumänien – Durch die wilden Karpaten

~ Teil 1 ~


Am 31. Juli 2000 starteten wir von Dresden aus in Richtung Tschechischer Grenze (Hřensko), aber schon in Pirna mussten wir unsere Fahrt wieder unterbrechen, weil der kleinen Josefin, damals grad zwei Jahre alt, im Auto hinten so schlecht geworden ist, dass sie sich gleich einmal von oben bis unten vollgebrochen hatte – das konnte ja heiter werden bei allein 1000 Kilometern Anreise! Wir wechselten die Sachen, besorgten ihr in der Apotheke noch ein Mittel gegen Reiseübelkeit und weiter ging es. Das Mittel half uns so kamen wir doch unverhofft gut voran. Gegen Abend schlugen wir zum ersten Mal unser Zelt auf – irgendwo in den Wäldern der Slowakei. Über Ungarn ging es dann am nächsten Tag nach Rumänien, wo wir im Norden bei Satu Mare die Grenze überquerten…

Maramures – im Norden Rumäniens, nahe der Grenze zur Ukraine gelegen – gehört zu den ursprünglichsten Regionen dieses Landes. Es ist ein bergiger, waldreicher Landstrich voller Vielfalt und natürlicher Schönheit. Man fühlt sich hier mindestens um ein Jahrhundert in der Zeit zurückversetzt. Pferdefuhrwerke, Ochsenkarren, spielende Kinder, Hühner, Gänse und Hunde auf den löchrigen Straßen gehören genauso zum Ortsbild, wie der Bauer mit seiner Sense auf der Wiese und die daneben friedlich grasenden Kühe. Am Abend sitzen die Männer beim Kartenspielen und die Frauen beim Bohnenschnibbeln oder einfach nur so zu einem kleinen Plausch auf den Bänken an der Straße…

Auch für Rumänien selbst, ist die Maramures ein ganz besonderer Landesteil. Hier sollen die freien Draker gehaust haben, die nie durch das römische Imperium besetzt wurden, sondern nur Handel mit ihm trieben, und die sich auch sonst allen Eindringlingen widersetzten. Die Rumänen sagen selbst, in der Maramures leben die freundlichsten, hilfsbereitesten, aber auch die starrköpfigsten Bewohner ihres Landes. Und die Hilfsbereitschaft der Rumänen sollen wir in den nächsten Tagen noch mehrfach genießen dürfen. Entlang der wenig befahrenen Dorfstraßen stehen kleine Bauernhäuser, oft ganz aus Holz errichtet – viele mit kunstvoll geschnitzten Verzierungen und riesigen Holztoren. Gerade die Holzbaukunst, die über Jahrhunderte hinweg in den Dörfern sich erhalten hat, ist allein schon einen Besuch dieser Region in den Karpaten wert. Zu ihren Wahrzeichen gehören auch wunderschöne Holzkirchen, die in fast jedem Ort zu sehen sind. Sieben davon wurden von UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen.

Hier wird auch das Brauchtum noch gepflegt. Es ist Sonntag und auf den Straßen sieht man vielerorts die Menschen in traditioneller Kleidung, mit geblümten Röcken, bunt bestickten Schürzen, Filz- oder Schafwollwesten und bunten Kopftüchern zur Kirche gehen. Wir kommen an in Sapinta, einem kleinen Ort, der eine besonders originelle Sehenswürdigkeit zu bieten hat: den „Heiteren Friedhof“. Dass hier ab und zu Touristen vorbeikommen, machen sich einige Bäuerinnen zunutze, die bei schönem Wetter ihre Webstühle am Straßenrand aufbauen und wunderschöne, dicke Wollteppiche weben und zum Kauf anbieten.

Im Jahre 1935 hat sich hier ein junger Mann namens Ion Stan Patras verpflichtet, günstig ein Holzkreuz für einen verstorbenen, armen Menschen anzufertigen. Dieses Holzkreuz war eine Überraschung, da es mit der Tradition brach. Es war bunt bemalt mit geschnitzten naiven Versen und Bildern wurde auf komische Weise das Leben des Verstorbenen beschrieben. Die Dorfeinwohner waren so begeistert, dass sie nun für alle Verstorbenen Kreuze bei Ion Stan Patras bestellten. Somit entstand im Laufe der Jahre ein kleiner, ungewöhnlicher Friedhof im Kirchenhof. Jedes dieser Kreuze enthält ein Bild und die Beschreibung eines Lebens in der Mundart der Menschen aus Maramures. So kann man, sofern des Rumänischen mächtig, von Trunkenbolden, Schürzenjägern und zänkischen Schwiegermüttern lesen… Der Friedhof erzählt so auch einen Teil der Dorfgeschichte. Ungefähr 700 Holzkreuze stehen heute um die orthodoxe Kirche – alle im besonderen Blau von Sapânta.

Wir setzen unsere Reise fort und fühlen uns wie aus der Zeit gefallen, beim Anblick von im Fluss Wäsche waschenden Frauen, Ochsen, die Pflüge über den Acker ziehen und Männern, die mit der Sichel das Gras schneiden, um es später zu hohen Heuschobern aufzustapeln…

Jetzt biegen wir ab, um möglichst auf kleinen Bergstraßen, die Karpaten entlang zu fahren. Wir wollen die ursprünglichen und möglichst wenig touristisch geprägten Bergregionen erkunden, auch wenn wir oftmals nur im Schritttempo vorankommen. Ein Bauer, der mich irgendwie sehr an meinen Opas erinnert, der in seiner Jugend immer in der Landwirtschaft geholfen hat, wie ich mich aus seinen Erzählungen noch erinnern kann, als ich ein Kind war. Am Abend finden wir lange keinen geeigneten Lagerplatz. Als es schon dunkel wird, beschließen wir uns auf einer Wiese mitten in einer recht offenen Landschaft niederzulassen, da wir nirgends einen geschützteren Platz finden konnten.

Am nächsten Morgen kommen dann schon in aller Frühe zwei Bäuerinnen mit je einer Kuh im Schlepptau, die sie auf „unserer“ Zeltwiese zum Weiden anpflöckern wollen. Ganz von Deutschland gewohnt, rechnen wir natürlich damit, dass wir Ärger bekommen, weil wir hier zelten, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die beiden sind unglaublich freundlich, verständigen sich mit Händen und Füßen mit uns, beobachten, wie ich das Frühstück auf dem Benzinkocher zubereite und melken die Kühe, um meiner Tochter die Milch zu schenken… Anschließen graben sie noch frische Kartoffeln aus, ziehen ein paar Möhren und schenken sie uns – wir sind einfach nur überwältigt von so viel Gastfreundschaft. Etwas später werden sogar noch die beiden Enkelsöhne geholt, die im gleichen Alter wie meine Kinder sind, um sie uns vorzustellen…

Gegen Mittag fahren wir dann schließlich mit der Adresse einer Bäuerin weiter, um ihr die Fotos zu schicken, die wir von ihnen gemacht haben. Auf den anschließenden Kilometern wird unser Auto immer lauter und wir stellen fest, dass wir uns Verkleidung des Auspuffs am Boden auf den schlechten Straßen fast abgerissen haben. Wir steuern also die nächste Autowerkstatt an und nach einer halben Stunde, während ein Mechaniker (begleitet von den Blicken und klugen Ratschlägen fünfer anderer) mittels biegen, hämmern und schweißen, die Verkleidung wieder an ihren vorgesehenen Ort befestigt. So können wir dann auch bald wieder weiterziehen…

Im Rodna Gebirge dominieren nicht die wilden Felswände und Gipfelgrate, sondern die großen bis oben hin mit Gras bewachsenen Berge, auf denen die Wolken mit ihren dahinfliegenden Schatten eigenartige Formen malen und der Wind den Kamm wie ein grünes wildbewegendes Meer wogen lässt.

Diese Region hier ist eine Hirtendomäne, in welcher der Tourismus noch kaum Einzug gehalten hat. Allerorts prägen friedlich grasende Schafherden das Bild und wir genießen einen unglaublich schönen Lagerplatz mit berauschender Stille.

Am Abend nach dem Abendbrot laufen wir noch auf den nahegelegenen Hügel, um die Aussicht von dort oben zu genießen. Als wir auf dem Rückweg zum Zelt sind, kommen uns auf einmal zwei sehr eifrige Hirtenhunde wild bellend entgegen und wir machen uns innerlich schon auf eine Konfrontation gefasst, dann taucht jedoch  der Schäfer auf und pfeift sie zurück, bevor wir als Hundefutter enden… Der Schäfer spricht sogar ein paar Brocken Englisch und so können wir uns ein Wenig unterhalten. Er bietet uns auch seinen gerade  gesammelten Korb voller prächtiger Steinpilze an, aber wir lehnen dankend ab – sicher war dies sein Abendbrot.
Der nächste Tag beginnt wieder mit herrlichstem Sonnenschein, so dass wir beschließen, heute einmal nicht weiter zu ziehen, sondern noch einen Tag länger an diesem herrlichen Ort zu bleiben. Wir lassen nach dem Frühstück das Zelt einfach stehen und wollen zu Fuß ein Bisschen die Gegend erkunden… Josi kommt in die Kraxe. Sie wollte nie weit alleine laufen, auch heute ist das noch nicht anders… 😉

Als wir am Nachmittag wieder zu unserem Camp zurückkehren, ist gerade eine Herde Kühe dabei, unsere Zeltleinen und die zum Trocknen aufgehangenen Handtücher zu verspeisen. Am Abend gibt´s Würstchen und Knüppelbrot vom Lagerfeuer – einfach nur urig und gemütlich. Und dazu der Duft von brennendem Holz… herrlich!