Trampend von Tromsø auf die Lofoten

~ Tag 08 ~

Datum: Freitag, 08.10.2010
Wetter: Regen, 12 °C

Strecke: Reine
Unterkunft: Rorbu

Wir haben wunderbar geschlafen in den gemütlichen Betten unserer kleinen Rorbu, aber wir hören durchs geöffnete Fenster wieder einmal die ganze Nacht den Regen rauschen. Der erste Blick am Morgen aus dem Fenster ist deprimierend – alles ist wieder einmal grau in grau und es regnet Bindfäden. Ab und an wehen heftige Windböen um die Hütte. Das Wetter wird und wird nicht besser. Wir wollen dennoch rausgehen und wenigstens zwei, drei Fotos machen, aber nach 100 Metern kehren wir wieder um – es hat einfach keinen Sinn. So machen wir nur ein paar Aufnahmen aus dem Fenster heraus.

Also gibt es erst einmal Frühstück, das wie inzwischen üblich aus Brötchen mit Kaviarcreme und ein paar Scheiben Salami besteht. Danach machen wir uns an die Arbeit und flicken unser arg lädiertes Zelt. Zehn Meter Duct-Tape verpflastern wir von innen und außen auf der eingerissenen Zeltplane. Wir sind froh, dass dieses entgegen unserer Befürchtungen auf dem silikonisierten Material doch sehr gut haftet. Aufgebaut macht unser Flickwerk dann sogar einen ganz guten Eindruck – ohne allzu argen Wind (oder vielleicht sogar mit!) dürfte dieses Provisorium den restlichen Urlaub vermutlich durchhalten.

Nachdem nun das Zelt wieder einsatzbereit ist und unsere Sachen auch alle getrocknet sind, wollen wir heute eigentlich wieder weiter. Wir haben schließlich noch den ganzen Rückweg vor uns und wollen noch etwas Zeit an ein paar anderen schönen Flecken verbringen. Wir laufen gegen 11.00 Uhr noch einmal schnell zum Coop und kaufen einen Kuchen als kleines Dankeschön für unsere netten Vermieter und packen danach unsere Rucksäcke.In der Zwischenzeit beginnt es jedoch derart zum schütten, dass wir manchmal kaum mehr über den Hafen blicken können. Es ist einfach zum heulen!

Als es einmal ganz kurz etwas nachlässt, gehen wir zum Haus unserer Vermieter, übergeben den Kuchen und erkundigen uns nach der Wettervorhersage und einer möglichen Busverbindung für ein Stück des Rückweges. Da es nun schon auf den Abend zu geht, beschließen wir doch noch eine Nacht zu bleiben und morgen entweder weiter zu trampen, oder den Bus zu nehmen. Meine Laune ist nun endgültig auf dem Nullpunkt angekommen, zumal das Wetter wohl auch noch bis Dienstag! so bleiben soll.

Es regnet und stürmt ohne Unterlass auch noch den ganzen Nachmittag. An den glatten Felshängen der Berge ringsum stürzen wahre Wasserfälle zu Tal. Wir vertreiben uns die Zeit mit Würfelspielen, aber Micha gewinnt ununterbrochen, was meine Stimmung auch nicht gerade verbessert. Ich gebe es auf und lese eine zeitlang, um auf andere Gedanken zu kommen. Da die Zeit einfach zu lang wird (und Micha sich kein Buch mitgenommen hat) spielen wir dann doch aus Langeweile weiter. Ich verliere natürlich genauso weiter, aber als es um harte Wetteinsätze geht (um besseres Wetter!), gewinne ich sogar doch noch ein Spiel. Wenigstens ein Funken Hoffnung… Gegen Abend drehen wir dann noch einen kleinen Film und machen ein paar weitere Regenfotos.

Zum Abendbrot koche ich eine norwegische Packung Carbonara-Nudeln, die Ewigkeiten brauchen, um weich zu werden. Bloß gut, das passiert uns nicht auf unserem Kocher mit dem begrenzten Benzinvorrat. Dazu gibt es noch eine Tasse Schokoladenpudding für die Nerven, bevor wir dann um 22.00 Uhr ins Bett steigen.

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