Trampend von Tromsø auf die Lofoten

~ Tag 13 ~

Datum: Mittwoch, 13.10.2010
Wetter: bedeckt, etwas Regen, 2 °C

Strecke: Tromsdalen – Tromsø – Tisnes (~ 32 km)
Unterkunft: Zelt

Erst gegen 8 Uhr stehen wir heute auf, denn das Tropfen draußen verheißt nichts gutes. Doch als wir aufstehen und aus dem Fenster schauen – welch Wunder! – wir sehen blauen Himmel. Das Geräusch, das wir gehört haben stammt von einer Birke, der vor Nässe in eine Pfütze tropft. Nachdem wir gefühstückt haben, regnet es natürlich schon wieder, nicht sehr stark, aber es nervt nur noch! Wir lassen uns also Zeit beim Packen, gehen noch einmal duschen und als wir dann gegen 11 Uhr losgehen, fällt nur noch leichter Nieselregen.

Wir laufen bis zur Bushaltestelle und werden dort recht schnell von zwei Frauen mitgenommen – die ausgerechnet den Zeugen Jehovas angehören und natürlich gleich anfangen, uns zum Rechten Glauben bekehren zu wollen. Zum Glück ist die Fahrt nicht allzu lang, wir halten am Polarsenter, dem Einkaufszentrum in der Nähe des Flughafens von Tromsø. Da wir kaum noch Bares in der Tasche haben, heben wir noch einmal etwas Geld ab und gehen darin ein wenig shoppen.

Wir kaufen ein paar Kleinigkeiten, die wir mit nach Hause nehmen wollen, wie Geitost (Ziegenkäse) und Kaviarcreme und ich finde ein schickes Salz-/Pfefferstreuer-Set für mich, nicht gerade das typischste Mitbringsel, aber ich mag es total, ganz schlicht aus weißem Porzellan, was schön in meine Küche passt. Anschließend gehen wir noch einmal rüber zum Rema1000, wo wir auf dem Hinweg schon einmal sehr leckere Buchweizen-Brötchen gekauft haben und erstehen die letzten 6 Stück, die noch da sind. Danach laufen wir noch zum Flughafen, wo wir noch einmal nach unseren Flügen schauen wollen.

Dort überlegen wir auch, wo wir die restlichen zwei Tage vor unserem Abflug verbringen wollen. Wir hatten fast vor, auf einer kleinen Halbinsel ganz in der Nähe unser Zelt aufzuschlagen, aber dort ist es laut und auch nicht besonders schön. Es regnet noch dazu schon wieder stärker, was die Entscheidung auch nicht gerade vereinfacht. Letztlich finden wir eine Buslinie (Linie 420 nach Bakkejord), die Tromsøya verlässt und schließlich entlang des Straumsfjorden an der Küste gen Süden führt. Da dieser Bus auch am Freitag Morgen, wieder nach Tromsø zurück fährt, wollen wir diesen nehmen und etwas außerhalb noch einen hoffentlich schönen Platz finden, an dem wir die letzten zweit Tage unseres Urlaubes verbringen können.

Nachdem wir am Flughafen auch gleich noch unsere Wasservorräte aufgefüllt haben, nehmen wir den Bus um 15.20 Uhr und kaufen uns zwei Fahrkarten für insgesamt 110 NOK (~15 €). Als wir an einer ganz schönen Stelle eine Bushaltestelle sehen, steigen wir aus und schauen uns um.

Wir sind hier auf der Halbinsel Tisnes gelandet und es führt ein kleiner Schotterweg bis hinunter zum Fjord. Wir laufen an ein paar kleinen Hütten entlang, dann stehen nur noch in der Ferne ein paar vereinzelte Häuser. Recht einsam und abgelegen ist der Flecken, den wir uns schließlich für unser Lager auswählen – und wunderschön mit Blick in den Balsfjord hinein und auf die umgebenden schneebedeckten Berge. Als ich später zuhause die Fotos sichte, stelle ich fest dass ich beim Landeanflaug auf dem Hinweg unsere kleine Halbinsel Tisnes, auf der wir nun unser letztes Camp aufschlagen, sogar fotografiert habe. Schön…

Es hat inzwischen auch wieder aufgehört zu regnen, nur ab und zu kommmt ein Schneeregen-Schauer herab. An einer kleinen, halb verfallenen Hütte, schlagen wir unser Zelt auf einer Wiese auf. Danach nutzen wir die trockene Phase um ein paar Fotos am Fjord zu machen. Es wird schon bald dunkel und wir können heute sogar ein kleines Bisschen Abendrot sehen.

Zum Abendbrot gibt es norwegische Bolognese-Nudeln, die wieder einmal anbrennen, zum Glück nicht allzu stark. An ihren Tüten-Nudeln müssen die Norweger echt noch arbeiten – das passiert mit Knorr & Co. aus Deutschland nicht… Zum Nachtisch gibt es noch für jeden einen Becher Schokoladenpudding, bevor wir uns zum Schlafen in die warmen Schlafsäcke kuscheln.

Jetzt am Abend ist der Himmel fast sternenklar und ich habe die Hoffnung, vielleicht doch einmal das Nordlicht zu sehen. Mehrmals schaue ich noch hinaus, aber leider zeigt sich nirgends ein Schimmer davon. In der Nacht höre ich dann auch schon wieder Schneeregen auf´s Zelt prasseln…

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