Sommerferien an der Ostsee

~ Tag 6 ~

Datum: Mittwoch 03.08.2011
Wetter: 24 °C, sonnig

Tageskilometer: 38,2 km (Müggenburg – Pruchten – Barth – Herrmannshagen)
Reine Fahrtzeit: 02:41:59
Durchschnittsgeschwindigkeit ohne Pausen: 14,2 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit mit Pausen:  2,8 km/h
Höhenmeter im An- & Abstieg: 341 m / 319 m
Minimale/Maximale Höhe: 0 m / 28 m

Unterkunft: Zelt

Der Wecker klingelt heute selbst für meine Verhältnisse sehr früh – schon um 5 Uhr – und das im Urlaub und Micha gestattet mir keine Minute länger liegenzubleiben. 🙁 Also quäle ich mich verschlafen in die feuchtkalte Morgenluft und wir sind tatsächlich schon nach einer knappen Stunde (natürlich ohne Frühstück) abfahrtbereit. Zunächst radeln wir also noch ein Stück am Bodden entlang, bevor wir in Zingst wieder ans Meer gelangen. Dort finden wir auch gleich einen gepflasterten Zugang zum Strand, den wir auch mit den schweren Rädern nutzen können. So bereiten wir unser Frühstück heute direkt am Strand zu, wo wir zu dieser frühen Morgenstunde sogar noch fast alleine sind. Die Mädels trauen sich später sogar kurz in die eisigen Fluten – ich hab´s den ganzen Urlaub kein einziges Mal gewagt!

Gegen Mittag schwingen wir uns dann wieder auf die Sättel – zunächt einmal in Richtung Barth, wo ich mich wegen unserer Rückfahrt am Bahnhof erkundigen möchte. Doch erst einmal radeln wir bei schönstem Wetter runter vom Darss aufs Festland. Unterwegs können wir jede Menge reife Mirabellen ernten und ein paar Fotomotive am Wegrand gibt es auch immer wieder.

Wann immer irgenwo Pferde auf der Koppel stehen, müssen wir natürlich anhalten, so vernarrt sinde meine beiden Mädels in diese Tiere. Als wir bei Pruchten wieder einmal gerade halten und die Mädels ihre Pferde streicheln, wundern wir uns, warum diese so unruhig wurden. Kurze Zeit später wissen wir es: Direkt auf uns zu kommen zwei von ihnen angaloppiert, die ihren Reiterinnen durchgegangen sind. Da ich gerade die Kamera in der Hand habe, kann ich das Ganze sogar fotografieren. Die beiden reiterlosen Tiere werden durch uns erst einmal aufgehalten. Da wir mitten auf ihrem Weg stehen, sie machen dann aber einen Bogen auf die Straße und laufen den Mädels, denen sie durchgegangen sind, direkt in die Arme. Mit der Hilfe anderer Fußgänger können sie bald darauf eingefangen und beruhigt werden.

Kurze Zeit darauf finden wir einen kleinen Eisstand, wo es lecker Eis für alle gibt. Wir bekommen von dem sehr netten Verkäufer bevor wir weiterfahren auch gleich noch einen Waschlappen in Eiswasser getaucht, den wir Johanna auf´s Fußgelenk binden können. Dieses ist durch einen Mückenstich(!) extrem dick angeschwollen. Inzwischen kenne ich das jedoch bei ihr. Sie reagiert immer ziemlich heftig auf Insektenstiche. Besonders unschön ist das, wenn z.B. das Auge zuschwillt, so dass sie fast nichts mehr sieht. Dann hilft nur noch kühlen und Fenistil. Ein paar Tage später hat sie an den Stellen, wo sie gestochen wurde, jedes Mal blaue Flecken.

In Barth angekommen erledigen wir zunächst einmal unseren Einkauf und radeln dann zum Bahnhof. Da es dort jedoch keinen Automaten gibt und wir für alle eventuellen Möglichkeiten auch nicht stundenlang den Mann am Schalter nerven wollten, fuhren wir zurück in den Ort und fanden auch recht schnell ein Internet-Casino.

Geplant war ja eigentlich, dass wir weiter nach Osten in Richtung Usedom fahren, aber dass wir dann die nächsten Tage fast ausschließlich entlang der für uns eher langweiligen Boddenküste entlang radeln müssten, habe ich im Vorfeld nicht wirklich bedacht. Da wir jedoch noch keine Rückfahrkarte haben, können wir auch recht spontan umplanen und beschließen, von Warnemünde oder Rostock aus zurückzufahren. Eigentlich wäre ich auch gern wieder mittels Reservierung für die Räder im IC von Warnemünde aus (ohne lästiges Umsteigen) bis Dresden gefahren, aber die Buchung via Internetcafé funktionierte einfach nicht. Erst gab es Probleme mit der Bankverbindung, dann waren durch die missglückte Reservierung die Fahrradplätze nicht mehr verfügbar und dasselbe passierte dann auch an einem anderen Abfahrtstermin, so dass ich schließlich irgendwann völlig entnervt aufgab. Dann müssen wir halt mit dem Quer-durchs-Land- oder dem Wochenend-Ticket zurückfahren. Die Aussicht darauf ist allerdings nicht wirklich verlockend, zumal Micha ja mit dem Mietwagen zu sich fährt. Ich muss mit den Mädels und drei vollen Rädern wieder alleine den Rückweg antreten.

Naja an diesem Tag würden wir eh nichts mehr ändern können und so gönnen wir uns noch ein Eis, bevor es am Bodstedter Bodden auf der Festlandsseite entlang wieder gen Westen geht. Wir müssen dann noch eine ganze Weile radeln, bevor wir an einem Waldweg wieder einmal ein sehr schönes Plätzchen für die Nacht finden.

Aber einen kleinen Wermutstropfen gibt es heute auch hier. Neben ein paar vereinzelten Mücken gibt es hier Zecken ohne Ende – eine weitere Plage. Gleich nach dem Aufstellen der Zelte lese ich mir 8! Stück von den Füßen! Nachdem ich vor zwei Jahren schon einmal eine Borreliose hatte (die nach massiver Antibiotika-Einnahme hoffentlich bekämpft ist – sicher kann man dabei ja nie sein), kann ich auf dieses Getier dankend verzichten. Leider ziehen Johanna und ich dieses Getier jedoch magisch an. Ich hatte während dieses Urlaubes sicher knapp 20 die sich schon festgesaugt hatten – Johanna an die 15! Josi, die sonst nie welche bekommt, hatte auch eine – nur Micha blieb verschont. Wie unfair! Wir haben uns natürlich jeden Abend abgesucht und die Biester schnell entfernt, aber das Risiko, sich wieder Borrelien eingefangen zu haben bleibt

Das Abendbrot besteht heute aus Käse-Tortelloni mit Bolognese-Soße und dazu Wiener Würstchen. Lange dauert es nach dem Abendbrot auch nicht mehr, bis der Abwasch erledigt, die Kinder „gewaschen“ und alle im Zelt verschwunden sind. Der Tag war lang und so schlafen wir alle schon kurz nach Einbruch der Dämmerung tief und fest.

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