Trekking im Rondane-Gebirge

~ Tag 7 ~

Datum: Freitag, 21. Oktober 2011
Wetter: sonnig, nachmittags etwas Schnee, -4°C

Tageskilometer: 14,6 km + 11,2 km Bus (Myldingsfjellet – Bergedalen – Gammelgarden – Grimsdalen)
Reine Gehzeit: 04:01:49
Durchschnittsgeschwindigkeit ohne Pausen: 3,5 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit mit Pausen: 1,9 km/h
Höhenmeter im An- & Abstieg: 143 m / 265 m
Minimale/Maximale Höhe: 710 m / 914 m

Unterkunft: Zelt

Nachdem ich die letzte Nacht alles andere als gut geschlafen habe, bin ich froh, als es gegen 8 Uhr endlich zu dämmern beginnt und wir hinaus ins Freie können. Es ist mit -8 °C ein recht frostiger Morgen, aber im Gegensatz zum Vortag ist es windstill und wir werden mit einem wunderschönen Sonnenaufgang beschenkt. Herrlich diese Farben und die Stille hier im Fjell – so könnte jeder Tag beginnen.

Als ich wieder am Zelt ankomme, schnappe ich mir den Wassersack und gehe wieder hinab zum Fluss Stormyldingi, um Wasser zu holen. Währenddessen setzt Micha schon das verbliebene Wasser in den Thermosflaschen für unseren Frühstücks-Cappuccino auf. Anschließend frühstücken wir in aller Ruhe und brechen danach unser Camp ab.

Gegen halb 11 können wir dann auch schon aufbrechen. Weiter geht es auf dem Bjøllivegen zunächst über die Brücke am Stormyldingi und dann weiter durchs Bergedalen in Richtung Gammelgarden. Das Bergedalen ist ein einmalig schönes Fleckchen. Ringsum ragen in weitem Rund schneebedeckte Berge auf, tief unten liegt das Atnatal und wir laufen durch mooriges Fjell in denen vereinzelt knorrige Krüppelbirken oder Kiefern stehen. Das alles bei schönstem Sonnenschein und ohne Wind. Da spürt man die schweren Rucksäcke beim Laufen kaum, so viel gibt es zu sehen und fotografieren.

Ich stelle mir vor, wie die Landschaft hier noch vor wenigen Wochen ausgesehen hätte, als die Birken noch buntes Herbstlaub trugen. Aber auch jetzt kann ich mich an dieser wunderbaren Gegend kaum sattsehen. Viel zu schnell für meinen Geschmack, kommen wir nun wieder tiefer ins Atnasdalen.

Gegen 13 Uhr stehen wir dann an der Straße 27 im Atnadalen, von wo aus wir per Anhalter weiter in den Norden des Rondane, zum Grimsdalen gelangen wollen. Wir legen unsere Rucksäcke an den Straßenrand und halten wieder einmal die Daumen in den Wind. Leider kommt hier nur alle Viertelstunde mal ein Auto vorbei, was uns bald ziemlich frustriert.

Während wir hier stehen und auf einen Hike warten, zieht sich der Himmel langsam zu und auch der Wind nimmt seine Tätigkeit wieder auf. So frieren wir trotz abwechselndem Windschutz hinter einer Hütte bald einfach erbärmlich durch das Herumstehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens, setzen wir uns dann gegen halb 3 dann doch wieder unsere Rucksäcke auf, um weiterzulaufen. So wird uns wenigstens wieder ein Bisschen warm. Wenn wir hinter uns ein Auto kommen hören, halten wir weiter den Daumen raus, aber heute fahren alle an uns vorbei. Dann endlich hält doch ein Auto neben uns. Es ist ein Schäfer, der kein Wort Englisch spricht, aber wir verstehen ihn soweit, dass er nur bis zur Weide seiner Schafe fährt und uns das wohl nicht viel bringen wird. Also laufen wir wieder weiter.

Knapp zwei Stunden später fährt ein Linienbus vorbei und hält tatsächlich auch ohne Bushaltestelle für uns an. Der vorherige ist dagegen einfach an uns vorbei gefahren, obwohl die Haltestelle nur noch ein paar Meter von uns entfernt war! Als wir bezahlen wollen, meint der Fahrer nur, dass sich das für die kurze Strecke bis zum Grimsedalen gar nicht lohne. So legen wir die letzten 10 Kilometer bis zum Grimsedalen dann doch noch ganz schnell zurück. Während der kurzen Fahrt beginnt es dann zu schneien und wir hoffen nur, dass der Schneefall nicht allzu stark wird.

Ein Transportweg führt uns von der Bushaltestelle aus ins Grimsdalen hinein. Unser nächstes Ziel heißt nun Grimsdalshytta, die 20 Kilometer entfernt liegt. Für heute jedoch sind wir weit genug gelaufen und so gehen wir nur noch rund 3 Kilometer. Ab und an fallen noch ein paar Schneeflocken, aber als wir kurz nach der Kommunengrenze Folldal/Dovre unser Zelt aufbauen, bleibt es trocken. Unser Abendbrot genießen wir dann kurz vor sieben im letzten Abendlicht mit Aussicht auf die Rondane-Berge.

Nach dem Essen und reichlich heißem Tee kuscheln wir uns in unsere Schlafsäcke. Heute wird es sicher nicht ganz so kalt, wie die letzte sternenklare und stürmische Nacht. Zumindest weht der Wind bis jetzt hier nicht so eisig.

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