Sommerferien an der Ostsee

~ Tag 5 ~

Datum: Dienstag 02.08.2011
Wetter: 28 °C, sonnig

Tageskilometer: 49,8 km (Wustrow – Ahrenshoop – Darßer Ort – Prerow – Zingst)
Reine Fahrtzeit: 03:05:34
Durchschnittsgeschwindigkeit ohne Pausen: 16,1 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit mit Pausen:  4,5 km/h
Höhenmeter im An- & Abstieg: 529 m / 498 m
Minimale/Maximale Höhe: 0 m / 80 m

Unterkunft: Zelt

Am Morgen bin ich wie immer die erste, die einen Blick aus dem Zelt wirft. Es wird langsam hell und die Sonne beginnt hinter dem Horizont aufzusteigen. Auf dem Weizenfeld vor unserem Zelt hängen tausende Spinnennetze, die mit Tau überzogen im Licht der ersten Sonnenstrahlen glitzern. Ich nehme mir also leise meine Kamera, gehe ein paar Schritte und mache wieder einmal viel zu viele Fotos. ;o)

Als ich dann genügend Morgenstimmungs-Fotos auf den Chip gebannt habe, wecke ich die anderen und wir packen zusammen. Gegen 09.30 Uhr sind wir die paar Hundert Meter zurück auf den Hauptweg geradelt, wo wir am gestern Abend entdeckten Aussichtspunkt schön mit Bank in der Sonne und Blick auf die Ostsee frühstücken können.

Danach geht es wieder in den Sattel und weiter in Richtung Darss. In Ahrenshoop kaufen wir beim Edeka das Essen fürs Abendbrot und beim Bäcker die Brötchen für den nächsten Morgen. Dann statten wir noch einem ziemlich gestresst wirkenden Italiener einen Besuch ab, wo wir ein sehr leckeres Eis verdrücken.

Auch hier auf dem Darss steht der Wald größtenteils unter Wasser, aber wir haben heute das tollste Sommerwetter. So wollen wir auf dem Weg in Richtung Leuchtturm am Darsser Ort noch einen kleinen Abstecher zum Strand zum Baden machen, aber dort stehen geschätzte eine Million Fahrräder und wir würden die Räder nicht mit an den Strand nehmen können. Da wir jedoch das Gepäck weder komplett an den Strand schleppen, noch unbeaufsichtigt stehen lassen wollen, müssen wir sehr zum Leidwesen der Kinder doch weiterradeln.

Am Leuchtturm Darßer Ort machen wir eine kurze Mittagsrast und vertilgen zusammen in Nullkommanix 2,5 kg Zwetschgen!!! Weiter führt danach der Ostseeradweg durch Prerow, wo die Mädels am Campingplatz eine Weile auf dem Spielplatz als „Piraten“ durch die sieben Weltmeere segeln.

Wir schauen uns in Prerow dann noch das kleine, aber sehr interessante Bernsteinmuseum an, wo einer der größten Familiensammlungen Deutschlands seine Heimstatt gefunden hat. Es gibt vieles zum Staunen und die Mädels kaufen sich als Andenken jede ein Bernsteinarmband.

Der weitere Radweg auf dem Deich zwischen Prerow und Zingst ist wahnsinnig voll. Es macht keinen Spaß während der Hauptsaison dort radzufahren. Ständig muss man aufpassen, denn der kleinste Schlenker führt unweigerlich zur Kollision mit dem Gegenverkehr. In Zingst gönnen wir uns dann noch ein weiteres Eis, bevor wir uns anschließend im Osterwald einen Platz für die Nacht suchen wollen.

Die Suche gestaltet sich jedoch alles andere als einfach. Jeder Stopp, um nach einem geeigneten Plätzchen Ausschau zu halten, wird mit mindestens zehn Mückenstichen „belohnt“. Durch die momentane Feuchtigkeit sind diese Waldgebiete ein wahres El Dorado für die Plagegeister. Zudem sind die Wege sehr morastig und machen damit das Vorankommen mit den beladenen Rädern sehr mühselig. Wir können oft einfach nur noch schieben.

Ein paar kleine Highlights gibt es trotzdem. Wir sehen ein paar Damhirsche und zum ersten Mal in meinem Leben sogar einen Dachs ganz in der Nähe. Als wir endlich einen Platz für die Zelte gefunden haben, werden wir beim Abladen des Gepäcks derart von den Mücken überfallen, dass wir doch wieder nur noch Reißaus nehmen können. So schlimm habe ich das stechende Volk noch nicht einmal in Skandinavien erlebt! Es geht auch mit langen Sachen nicht – wir müssen hier wieder weg! Also alle Taschen wieder auf die Räder und weiter! Wir sind alle schon ziemlich fertig und können die Mädels nur noch schwer dazu motivieren. Nach fast 50 Radkilometern und dem anstrengenden Schieben der Räder wollen wir einfach nur noch einen Schlafplatz. Aber wir müssen trotzdem raus aus diesem Wald. So schieben und schinden wir uns gen Süden in Richtung Barther Bodden. Nachdem eine geschlossene Schranke in aller Not umrundet werden kann, kommen wir endlich raus aus dem Osterwald – glücklich, endlich wieder etwas Wind zu haben, der die Plagegeister vertreibt. Wir genießen den Ausblick nach Barth über den Bodden, wo sich hunderte Schwäne tummeln.

Ein kleines Stück müssen wir danach noch radeln, bevor wir an einer Aussichtsplattform unser Lager für die Nacht aufschlagen können. Im letzten Abendlicht kochen wir schließlich unser Essen und schlagen erst nach Einbruch der Dunkelheit unsere Zelte auf. Es ist verboten, hier zu nächtigen, aber wir können einfach nicht mehr weiter.

In die Zelte nehmen wir nur das Nötigste mit (incl. einem Schwarm Mücken), da wir am nächsten Morgen wieder sehr zeitig aufbrechen wollen. Schließlich zelten wir genau hier:

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