Trampend von Tromsø auf die Lofoten

~ Tag 15 ~

Datum: Freitag, 15.10.2010
Wetter: Tromsø: Schneefall, -1 °C; Rygge: sonnig, 5 °C

Strecke: Tisnes – Tromsø (~21 km); Flug Tromsø – Rygge
Unterkunft: Flughafen

Der erste Wecker klingelt schon um 05.00 Uhr in der Frühe, aber wir rappeln uns erst gegen halb sechs aus den Schlafsäcken. Ohne Frühstück wird zusammengepackt – dazu bleibt später am Flughafen noch genug Zeit. Der Bus soll um halb acht abfahren, aber wir sind recht flott beim Packen und so stehen wir schon um 06.45 Uhr an der Haltestelle. Wir beschließen, solange den Daumen raus zu halten und haben Glück – schon das zweite Auto hält an und nimmt uns mit bis zum Einkaufszentrum beim Flughafen. So können wir uns in der Vorhalle vom Rema1000 setzen, bis dieser öffnet. Draußen vor der Tür macht Micha mit unserem letzten Kocherbenzin noch Wasser für einen Cappuchino heiß. Als der Supermarkt dann öffnet, holen wir uns noch ein paar frische Brötchen und Müslistangen, sowie ein paar norwegische Süßigkeiten für meine Kinder.

Danach stiefeln wir die paar Hundert Meter bis zum Flughafen durch winterliches Schneetreiben. Es sind wohl knapp unter Null Grad, so dass der Schnee jetzt nicht mehr so matscht. Eine komische Vorstellung, nun aus dieser weißen Winterlandschaft wieder zurück nach Deutschland zu fliegen, wo gerade erst der Herbst beginnt. Es ist schon erstaunlich, in den paar Tagen, in denen wir hier oben im hohen Norden zu Gast waren, haben wir rund drei Monate von Deutschlands Wetter wie im Zeitraffer erlebt. Angekommen im goldenen Oktober, hatten wir zwei Tage herrlichsten Herbst. Dann kamen nicht enden wollende trist graue und regnerische Novembertage und nun haben wir die letzten beiden Tage fast Dezember mit Schneefall und Kälte.

Auf dem Weg zum Flughafen machen wir am Fjord noch einen kurzen Fotostopp und dann sind wir auch schon angekommen. Wir checken uns für unseren Flug am Automaten ein, der uns zwar unsere beiden Boarding-Pässe ausdruckt, aber nur einen Gepäckaufkleber, bevor er streikt. Am Schalter wird der fehlende Aufkeber beim Check In jedoch gleich nachgedruckt und auch meine 500 g Übergepäck – vermutlich die vielen Steine 😉 – werden toleriert. Kurz vorm Boarding stellen wir dann fest, dass unser Flug auf 13.40 Uhr um eine Stunde nach hinten verschoben wurde und so haben wir noch etwas mehr Zeit zu vertun.

Nach dem Start fliegen wir über die verschneite norwegische Berglandschaft und nur wenige Wolken versperren mir die Sicht darauf, so dass ich wieder einmal viel zu viele Fotos mache – ich liebe es einfach zu fliegen und die Welt von so weit oben zu betrachten.

Faszierend ist es, diese wunderbare nordische Landschaft bei solchem Wetter zu überfliegen. Unter uns ein steter Wechsel aus Bergen, Fjorden, Gletschern, Fjellgebieten und klaren, dunkelblauen Bergseen.

Wir haben noch einen kurzen Zwischenstop in Bodø, auch eine schöne Gegend, so wie es aussieht, umrahmt von hohen, schroffen Bergen. Dort könnte man auch einmal Urlaub machen – besseres Wetter natürlich vorausgesetzt… 😉

Wir steigen hier nicht aus dem Flieger aus und kurze Zeit später heben wir schon wieder ab und weiter geht es über Norwegens verschneite Bergwildnis.

Wir landen bei Sonnenschein und 5 °C im herbstlichen Rygge. Da es schon 16.15 Uhr ist, als wir ankommen, beschließen wir wieder auf dem Flughafen zu übernachten, da es sowieso zeitig dunkel wird und am Bahnhof in Rygge, zu dem wir per Shuttle fahren könnten auch nichts interessantes mehr zu sehen ist. Deshalb kaufen wir noch ein paar Mitbringsel für die Kinder, bevor wir uns an einen der Tische setzen, um die nächsten Stunden mit Würfeln, lesen und Tagebuch schreiben zu verbringen. Hier sitzen wir nun und blicken etwas wehmütig auf den strahlenden Sonnenschein vor den großen Flughafenfenstern und fragen uns, warum wir so wenig davon hatten…Stattdessen war unser Urlaub fast zum „Abgewöhnen“, wenn die letzten beiden etwas versöhnlichen Tage nicht gewesen wären…Aber so wird es wohl nicht der letzte Urlaub im Norden gewesen sein und da wir nun das Wetterpech für gleich mehrere Reisen in einem hatten, können die nächsten Male ja nur schön werden. 😉

Und irgendwie freue ich mich jetzt auch auf Zuhause, morgen meine Kinder wiedersehen, Herbst, kein Regen mehr (…hoffe ich zumindest). Als gegen 23.00 Uhr Ruhe am Flughafen einkehrt, begeben wir uns wieder zu unserem Schlafplatz unter der Treppe und holen unsere Matten (und ich diesmal auch den Schlafsack) hervor. Wir schlafen dennoch beide nicht so gut, es ist einfach zu laut, zu hell – aber immer noch besser als auf unserem Hinflug.

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