Sommer im Isergebirge

~ Tag 3 ~

Datum: Donnerstag, 01.07.2010
Wetter: sonnig, 28 °C

Tageskilometer: 16,3 km (Camp Jizera – Jelení stráň – Černá Jizerka – Smědava – Jizerka)
Reine Gehzeit: 04:25:17
Durchschnittsgeschwindigkeit ohne Pausen: 3,7 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit mit Pausen:  1,6 km/h
Höhenmeter im An- & Abstieg: 365 m / 330 m
Minimale/Maximale Höhe: 824 m / 1003 m

Unterkunft: Pension Sklárna

Am nächsten Morgen werde ich früh am Morgen gegen 7 Uhr mit den ersten Sonnenstrahlen auf unserem Zelt munter und schlüpfe kurz hinaus in die Büsche, mache zwei, drei Fotos und krieche danach noch einmal ins Zelt, da sich auf Michas Seite noch nichts rührt.

Eine Stunde später hält man es jedoch vor Hitze darin nicht mehr aus und so machen wir uns an die Zubereitung des Frühstücks. Leider fehlt heute Morgen der Wind uns so verfolgen uns schon nach kurzer Zeit hunderte fliegender und stechender Plagegeister. Gefrühstückt wird deshalb in aller Eile und schon kurz nach neun sind wir wieder unterwegs. Zunächst gehen wir den Trampelpfad zurück hinauf zurück zu unserem gestrigen Wanderweg. Jedoch queren wir diesen nur und folgen dem Trampelpfad weiter gen Westen durch einen immer wieder von Lichtungen unterbrochenen Fichtenwald.

Eine Stunde später stehen wir am Fuße des Jelení stráň (Törmelfelsen), einem Aussichtsberg mit 1018 m Höhe, der einen schönen Ausblick über das Isergebirge bietet. Der Anstieg ist nicht besonders schwer, aber bei der Hitze, die uns auch heute wieder mächtig zusetzt, dann doch arg schweißtreibend.

Für den herrlich weiten Ausblick lohnt sich die Anstrengung jedoch allemal und das auf dem Felsen wehende frische Lüftchen bietet Belohnung obendrein. Wir machen ein paar Fotos ringsum und ruhen uns eine Weile aus, bevor wir wieder nach unten steigen.

In der Ferne zeigt sich schon die nächste Erhebung aus dem so typisch entlang der Risse und Spalten verwitterten Granit des Isergebirges – der Pytlácké kameny (Raubschützenfelsen). Mit 975 m ist er nicht so hoch, wie sein Vorgänger, aber die 360° Rundum-Aussicht von seinem Gipfel lohnt die kleine Kraxelei hinauf dennoch.

Vom Gipfel aus kann man wunderbar auf den bereits zurückgelegten Weg blicken und auch das Tal der Jizera, wo wir letzte Nacht einen solch wunderbaren Schlafplatz hatten, liegt in der Ferne zu unseren Füßen.

Bevor es weitergeht, legen wir am Fuß des Felsens noch eine kleine Rast ein. Wir füllen noch einmal unsere Trinkflaschen auf und kochen mit dem letzten verbliebenen Wasser einen Cappuchino, den wir mit einer Handvoll Studentenfutter im Schatten sitzend genießen.

Unser anschließender Weg führt uns durch ein weiteres Torfmoor, das Černá Jizerka, das unter Naturschutz steht. Skurrile abgestorbene Fichtenstämme und blühendes Wollgras am Wegrand sind sehenswerte Begleiter entlang des weiteren Bohlenweges.

Die Sonne brennt inzwischen wieder mit aller Kraft vom Himmel und die folgenden Kilometer, die wieder einmal auf einer Asphaltstraße in der Sonne zurückzulegen sind, ziehen sich unter der Last der Rucksäcke schleppend dahin. Als dann gegen 16 Uhr das Wittighaus – eine urige Raststätte am Wegrand auftaucht, geht natürlich nichts über das frisch gezapfte Bier, das wieder neue Lebensgeister verleiht. Nachdem das erste große Bier in wohl 5 Minuten geleert war, gab es gleich noch ein zweites hinterher zum Genießen… 🙂

Mit weichen Beinen und leicht beschwipstem Kopf machen wir uns gegen halb 6 Uhr dann doch wieder auf die Socken. Wir wollen noch ein paar Kilometer machen und die Runde nach Jizerka abschließen, wo wir hoffen, heute Nacht ein gemütliches kleines Zimmer zu finden. Die folgenden 6 Kilometer führen uns berauf, bergab mehr oder weniger schnurgeradeaus durch einen recht eintönigen Fichtenwald und ziehen sich mit müden Beinen und zwei Bieren im Blut scheinbar endlos in die Länge. Dieser als „Wanderweg“ getarnte Plattenweg ist dazu noch äußerst unangenehm zu laufen. Wir sind deshalb froh, als wir knapp zwei Stunden später endlich den Abzweig nach Jizerka erreichen.

Wir mieten uns in der Pension Sklárna ein Zimmer für die Nacht und laufen anschließend noch auf der Suche nach einer Gaststätte, die geöffnet hat, durch den Ort. In der Chata Jizerka hat heute zwar eigentlich geschlossen, aber wenn wir denn mit ein paar gefüllten Knödeln mit Sauerkraut und einem Bier zufrieden wären, dann könnten wir dieses gern noch bekommen. Und ob wir das sind! Und so genießen wir mit den letzten Sonnenstrahlen an unserem Tisch im Freien ein sehr, sehr leckeres Abendessen.

Der kleine Spaziergang zu unserer Pension verlockt noch zu ein paar Fotos, zu herrlich sind die blühenden Lupinen und Disteln am Straßenrand im Abendlicht.

In der Pension genießen wir dann noch eine erfrischende Dusche und verbringen den Rest des Abends ganz geruhsam und entspannt.

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